Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung: Nahezu eine Million Menschen in Deutschland leiden an dieser Erkrankung. Das Vorhofflimmern kann zu vielfältigen Beschwerden führen: vom Herzklopfen bis zur Leistungseinschränkung. Darüber hinaus geht es mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko einher. Ursache sind „chaotische“ elektrische Impulse, die vor allem im Einmündungsbereich der Lungenvenen in der linken Herz-Vorkammer entstehen. Behandlungsversuche mit Tabletten führen oftmals nicht zum langfristigen Heilungserfolg und können in der Langzeitanwendung mit schwerwiegenden Nebenwirkungen einhergehen, sagen Experten.
Gezielte Narben bilden "Barrieren" für elektrische Impulse
Ein anderes etabliertes Verfahren zur Beseitigung des Vorhofflimmerns ist die so genannte Katheterablation. Dabei wird der Einmündungsbereich der Lungenvenen elektrisch isoliert (sogenannte Pulmonalvenenisolation): Über einen
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Spezialkatheter wird ein Hochfrequenzstrom gezielt abgegeben, die dabei entstehende Wärme erzeugt feine Narben. Diese Narben bilden dann eine „Barriere“, die die Ausbreitung von störenden elektrischen Impulsen einschränkt und damit das Vorhofflimmern unterbindet. Das bisherige Verfahren war allerdings technisch und zeitlich sehr aufwändig: Mit einer nur wenige Millimeter dicken Katheterspitze mussten die Narben Punkt für Punkt erzeugt werden. Die gesamte Prozedur konnte bis zu acht Stunden dauern.
Kürzere und schonendere Behandlung
Ein neuartiger Spezialkatheter ist seit kurzem am Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil im Einsatz. Er vereinfacht die Behandlung, verkürzt erheblich die Behandlungsdauer und reduziert damit die Risiken für den Patienten. „Am Kopf dieses neuen Katheters befindet sich ein ringförmiger Abschluss mit mehreren Platin-Elektroden, durch die der Strom fließt“, erklärt Dr. Thomas Lawo, leitender Oberarzt an der Klinik für Kardiologie und Angiologie (Direktor: Prof. Dr. Andreas Mügge): „Damit können wir - vergleichbar mit einem Stempel - ein kreisförmiges Gewebsstück mit einer einzigen Prozedur isolieren. Die Behandlungsdauer verringert sich mit dem neuen Katheter auf unter zwei Stunden.“
Knapp 80 Prozent der Patienten können vollständig oder weitgehend geheilt werden
Da außerdem weniger Energie bei der Behandlung aufgebracht wird, ist das Verfahren für den Patienten schonender und weniger belastend. Die bisherigen Behandlungsergebnisse sind für die Bochumer Kardiologen sehr überzeugend: „Knapp 80 Prozent der Patienten können mit diesem Verfahren vollständig oder weitgehend geheilt werden“, sagt Assistenzarzt Dr. Leif Bösche. Die Klinik für Kardiologie und Angiologie am Bergmannsheil ist die erste, die in Bochum und Umgebung dieses neue Verfahren einsetzt.
Lungenvenen sind der Auslöser
Die Ursachen für die Entstehung des Vorhofflimmerns sind vielfältig und bisweilen unbestimmt. In vielen Fällen sind andere Grunderkrankungen der Auslöser, wie zum Beispiel eine koronare Herzkrankheit, Bluthochdruck, ein Herzklappenfehler, eine Herzmuskelerkrankung oder eine Schilddrüsenüberfunktion. Noch häufiger tritt das Krankheitsbild allerdings ohne erkennbare Ursache auf. Ausschlaggebend sind häufig die Lungenvenen: In ihnen entstehen die störenden elektrischen Impulse, die einen unregelmäßigen Herzschlag auslösen. Lebensgefährlich ist die Krankheit im allgemeinen nicht, allerdings sehen Experten einen belegbaren Zusammenhang zwischen dem Vorhofflimmern und schwerwiegenden Erkrankungen wie einer Herzschwäche oder einem Schlaganfall. Dabei sind die Beschwerden zum Teil sehr unspezifisch: Genannt werden Müdigkeit, Schwindel, Schlafstörungen und ein erhöhter Puls.
(Quelle: Bergmannsheil; redaktionell bearbeitet: rrm)
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Herz: 26.04.2012, 18.00 Uhr, Dr. med. Bernd Hufnagel (Chefarzt Innere Medizin im Ev. Krankenhaus Bethanien): KORONARE HERZKRANKHEIT – MODERNE DIAGNOSTIK UND THERAPIE, Virchowstr. 4, 44263 Dortmund-Hörde, Tel. 0231-9430-0 • Fax: 0231-9430-333 Schwindel: 03.05.2012, Schwindel - Diagnostik und Therapie, Susanne Hogrefe, CURAvita; Dr. Horst Luckhaupt, CA Klinik für HNO, im St.-Johannes-Hospital Dortmund, Konferenzraum 5, 19.00 Uhr.
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