
Die 47-jährige Empfängerin litt bereits seit vielen Jahren an einer ausgeprägten Überblähung beider Lungenflügel (Lungenemphysem). Schon bei geringster Belastung kam es zu schwerster Luftnot, die in den letzten Jahren eine dauerhafte Sauerstofftherapie mit häufigen, zeitintensiven Klinikaufenthalten notwendig machte.
Nach ausführlichen Voruntersuchungen in der herzchirurgischen Transplantationsambulanz am Herzzentrum der Uniklinik Köln wurde die Patientin im November 2007 auf die Transplantationswarteliste gesetzt. Aufgrund wiederholter schwerer Lungenentzündungen verschlechterte sich der Zustand der Patientin in den letzten Monaten derartig, dass zuletzt nur noch eine dauerhafte Beatmung auf der Intensivstation ihr Leben sichern konnte.
In der Nacht zum 29. Oktober wurde kurzfristig ein Organspender gemeldet, der für die Kölner Patientin in Frage kam. In Abstimmung mit Prof. Wahlers wurde das Transplantationsteam unmittelbar aktiv: Der Thoraxchirurg Prof. Dr. Khosro Hekmat und der Oberarzt Dr. Navid Madershahian führten die auswärtige Organentnahme durch. Die Lunge konnte bei sehr guter Funktion entnommen werden.
Parallel wurde in Köln die Operation an der Patientin begonnen. In einem fünfstündigen Eingriff verpflanzte das Team von Prof. Wahlers unter Leitung der Oberärzte PD Dr. Jens Wippermann, Prof. Dr. Thorsten Wittwer und Dr. Parvis Rahmanian das Organ. Beide Lungenflügel nahmen sofort ihre Funktion auf. Das Narkoseteam wurde von Oberarzt Dr. Oliver Mehler und Dr. Oliver Spelten geleitet.
„Momentan befindet sich die Patientin noch auf der Intensivstation der Herz- und Thoraxchirurgie, da sie durch die lange Wartezeit auf die Transplantation noch sehr geschwächt ist“, so Prof. Wahlers. Der Mediziner ist guter Dinge, dass sie in wenigen Wochen ihre Rehabilitationsbehandlung aufnehmen kann.
Der komplizierte Eingriff ist nun erstmalig am Herzzentrum Köln möglich geworden, seit sich durch den Wechsel des Klinikdirektors und Transplantationsexperten Prof. Wahlers auch die Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie schwerpunktmäßig mit der Transplantation von Lungen beschäftigt. Damit zählt die Klinik zu einem von lediglich etwa 120 Zentren weltweit. Seit Bezug des Herzzentrums sind die notwendigen strukturellen Voraussetzungen durch die enge Verzahnung der beteiligten Fachdisziplinen geschaffen worden, Lungentransplantationen auch in Köln durchzuführen.
Prof. Wahlers hatte bereits in Hannover bis 1999 und in Jena bis 2005 an den dortigen Universitätskliniken das Transplantationsprogramm mit begründet. „Ich bin stolz auf unsere gesamte Mannschaft hier im Herzzentrum der Uniklinik Köln, denn so ein hochkomplexer, lebensrettender Eingriff kann nur mit bestem Teamplay gelingen“, so Prof. Wahlers.
Der Vorstandsvorsitzende und Ärztliche Direktor der Uniklinik Köln, Prof. Dr. Edgar Schömig, freut sich über den Erfolg der Herz- und Thoraxchirurgen: „Gut, dass wir durch unsere interdisziplinär aufgestellte und apparativ hervorragend ausgerüstete Universitätsmedizin Patienten mit so schweren Krankheitsbildern helfen konnten. Leider ist dies aufgrund des schwerwiegenden Mangels an geeigneten Spenderorganen längst nicht bei allen Schwerstkranken möglich.“
Hintergrund:
Dank verbesserter hochmoderner Medikamente gegen die Abstoßungsreaktion überleben heute über 70 Prozent der lungentransplantierten Patienten bei guter Lebensqualität. Insbesondere für junge Patienten mit Mukoviszidose stellt diese Therapieform eine Möglichkeit dar, nach durchgeführter Transplantation volle Belastbarkeit wieder zu erreichen. Aber auch bei weiteren Diagnosen wie Lungenemphysem, Lungenfibrose und pulmonaler Hypertonie kann eine Lungentransplantation erfolgreich sein.
Hierzu existiert am Herzzentrum Köln eine spezielle chirurgische Herz- und Lungen-Transplantationsambulanz, in der mit den vorgestellten Patienten alle im Einzelfall vorliegenden Fragen detailliert geprüft werden und mit jedem Patienten eine individuelle Perspektive erarbeitet wird.
In Verbindung mit den bisher durchgeführten Herz-, Nieren-, und Leber-Verpflanzungen hat sich somit das Spektrum des sehr erfolgreichen Transplantationszentrums an der Universitätsklinik Köln durch die Lungentransplantation vervollständigt und garantiert nunmehr eine umfassende Versorgung aller Patienten mit schwersten Organerkrankungen im Süden Nordrhein-Westfalens.
(Quelle: UK Köln; redaktionell bearbeitet: rrm)
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Augen: 01.03.2012, Makuladegeration, was tun?, Prof. Harald Schilling, Klinik für Augenheilkunde, im St.-Johannes-Hospital Dortmund, Konferenzraum 5, 19.00 Uhr. Geschlecht: 08.03.2012, Gesundheitsforum: WEIBLICHES GESCHLECHT: RISIKOFAKTOR ODER SCHUTZ FAKTOR BEI SEELISCHEN KRANKHEITEN? Dr. med. Thomas Finkbeiner (Chefarzt Psychiatrie und Psychotherapie im Ev. Krankenhaus Lütgendortmund) / Prof. Dr. med. Susanne Hagen (Fachhochschule Düsseldorf, Fachgebiet Sozialmedizin, insbes. Sozialpsychiatrie), Ev. Krankenhaus Lütgendortmund, Volksgartenstr. 40, 44388 Dortmund, Telefon: (0231) 6188-0, Telefax: (0231) 6188-211, E-Mail: info@evk-luedo.de |
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