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Krebs

Neu gegründete KrebsStiftung NRW will bessere Patientenversorgung durch innovative Projekte

Im Kampf gegen Krebs bekommt das Land NRW jetzt Unterstützung von Seiten der neu gegründeten KrebsStiftung NRW. Die neue Stiftung geht aus einer Initiative der Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen e.V. hervor, wie es seitens der Krebsgesellschaft heißt. Ziel der Stiftung sei es, die erreichten hohen Standards der onkologischen Versorgung in NRW langfristig zu unterstützen und weiter voranzubringen.

„Durch die Krebsgesellschaft NRW als Gründerin wissen wir, welche onkologische Expertise in NRW vorhanden ist und wo mögliche Verbesserungen in der onkologischen Versorgung ansetzen können“, berichtet Prof. em. Dr. med. Hans Georg Bender, Vorstandsvorsitzender der KrebsStiftung NRW. Aufgabe der neuen Stiftung wird zukünftig die gezielte Förderung von Projekten und Initiativen zur Prävention, Therapie und Nachsorge sowie der onkologischen Forschung sein. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der möglichen Vernetzung von Kapazitäten und dem Wissenstransfer. „Um das bestehende Potential besser zu bündeln, möchte die KrebsStiftung durch Kooperation in geeigneten, exzellenten Forschungs-Projekten eine NRW-orientierte onkologische Wissenschafts-Szene anregen. Dabei sollen die Resultate dieser Zusammenarbeit den krebskranken Menschen in NRW möglichst schnell zu Gute kommen“, so Bender.

Früh gestreute Metastasen-Vorläuferzellen können entscheidend sein

Start-Plattform ist ein wissenschaftliches Projekt zur Metastasenbekämpfung. Immer noch sterben viele Krebspatienten an den Folgen von Metastasen – auch wenn die Krankheit zunächst besiegt schien. Neuere internationale Forschungsergebnisse lassen den Schluss zu, dass nicht der ursprüngliche Tumorherd über die Aggressivität und somit über den Verlauf der Krebserkrankung entscheidet, sondern bereits sehr früh gestreute Metastasen-Vorläuferzellen. Um mehr über diese frühen Prozesse zu erfahren, arbeitet ein interdisziplinäres Forscherteam am Universitätsklinikum Düsseldorf unter der Leitung von PD Dr. Nikolas Stoecklein, Dr. med. Johannes Fischer und Dr. rer. nat. Dieter Niederarcher derzeit an einem wissenschaftlichen Programm zur Isolierung und Charakterisierung der Vorläuferzellen. „Die Vorläuferzellen sind bereits im Blut nachweisbar, lange bevor sich erste Metastasen bilden. Aufgrund ihrer geringen Konzentration ist es jedoch sehr schwer, sie aufzuspüren. Mithilfe eines neuen Verfahrens, das Patienten nur in geringem Maße belastet, ist es uns jedoch gelungen, die Vorläuferzellen in erforderlicher Konzentration zu isolieren“, skizziert PD Dr. Stoecklein, Leiter des Chirurgischen Forschungslabors der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie des Universitätsklinikums Düsseldorf, das Forschungsprojekt: „Unser Ziel ist es, die metastatischen Vorläuferzellen hinsichtlich ihrer biologischen Eigenschaften zu charakterisieren, um so den Grundstein für neue Therapieansätze zu legen. Dies wäre der Schlüssel für eine zielgerichtete Krebsbehandlung, die Metastasen gar nicht erst entstehen lässt und so eine Heilung möglich macht.“

Aufbau von verschiedenen Wissenschaftsstandorten im Blick

Mit Blick auf den hohen therapeutischen Nutzen für schwerkranke Patienten und die Aussicht auf eine schnelle Umsetzung der Forschungsergebnisse in die klinische Therapie erweist sich das Düsseldorfer Projekt für die KrebsStiftung NRW als besonders förderungswürdig. „Um die Metastasenentstehung möglichst vieler Krebsarten zu erforschen, ist die Stiftung – parallel zur Düsseldorfer Forschungsarbeit – an einem Aufbau von verschiedenen Wissenschaftsstandorten zugunsten eines NRW-Netzwerkes zur Metastasenbekämpfung interessiert“, ergänzt Dr. Jürgen Wettke, Vorsitzender des Stiftungsrates.

Krebsgesellschaft will keine "weißen Flecken" auf der Landkarte mehr

Neben der onkologischen Forschung richten sich die Förderinteressen der neuen Stiftung auf ein breites Themenspektrum von der Aufklärung über Krebsprävention bis hin zur Nachsorge. Dazu zählt auch der Ausbau der ambulanten psychoonkologischen Beratung im Lande. „Auf Basis der Erfahrung der Krebsgesellschaft NRW mit der psychoonkologischen Versorgung wissen wir von weißen Flecken in der Region. Unser Ziel ist es daher, neue Initiativen anzuregen und zu unterstützen, um möglichst vielen Erkrankten und Angehörigen den Zugang zu einer ambulanten Krebsberatung zu ermöglichen. Derzeit stehen dem Bedarf von Seiten der Betroffenen keine flächendeckenden Beratungsangebote gegenüber“, so Wettke.

Spenden und Zustiftungen benötigt

Trotz des „inhaltlichen Vorsprungs“ durch die Krebsgesellschaft NRW ist die Stiftung noch in der Gründungsphase und daher auf verschiedene Formen zur Unterstützung des Stiftungszwecks gleichermaßen angewiesen: Die Stiftung benötigt sowohl Spenden für die unmittelbare Förderung von Aktivitäten als auch Zustiftungen, um mit den Erträgen des Vermögensstocks langfristig Versorgungs- und Forschungsprojekte in NRW unterstützen zu können.  

(Quelle: Krebsgesellschaft NRW; redaktionell bearbeitet: rrm)

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