Chronische Schmerzen im Kniegelenk sind sehr belastend. Für Patienten, die vermeintlich alle Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft haben, aber dennoch nicht schmerzfrei leben, entwickelte Professor A. Lee Dellon in seinem Institut für periphere Nervenchirurgie in Baltimore (USA) eine Methode, die von Dr. Karl Schuhmann auch am Ev. Krankenhaus in Hattingen (EvK) durchgeführt wird.

Es handelt sich um eine Operation, die Prof. Dellon schon 1992 erfand, die aber - trotz der großen US-Erfolge - in Deutschland nur eine Handvoll Chirurgen anbieten. "Bei diesem Eingriff", so Dr. Schuhmann, Leiter der Abteilung für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie am EvK Hattingen, "werden kleine, schmerzleitende Nerven um das Kniegelenk herum aufgesucht - und jeweils ein Stück davon entfernt, damit sie nicht mehr zusammenwachsen können." Damit sei der Schmerz ausgeschaltet. Für den Eingriff muss der Operateur nach Angaben des Krankenhauses nicht direkt ins Knie, sondern kann die Nerven im umliegenden Gewebe nehmen. Die
Dr. Schumann
Ursachen für die Schmerzen, nämlich die Veränderungen in Knochen, Knorpel oder Bändern, werden dadurch zwar nicht geheilt; es kann also zu einem Fortschreiten der Verletzungs- und Verschleißerscheinungen und zu Schwellungen kommen. Aber: Die damit verbundenen Schmerzen werden lt. EvK stark reduziert, oft sogar beseitigt. "Die bisherigen Ergebnisse sind extrem ermutigend", sagt Dr. Schuhmann, der bereits über 300 Patienten mit dieser minimal-invasiven OP behandelt hat.
Die Durchtrennung der Nerven, so Dr. Schuhmann, "führt hierbei nicht zu einer Lähmung, weil die den Schmerz leitenden Nerven keine Muskelfunktion kontrollieren." Die Beweglichkeit bleibe erhalten oder werde sogar besser, sofern die bisherige Einschränkung der Beweglichkeit vorwiegend durch die Schmerzen verursacht wurde. Selbst die Sensibilität der Haut bleibe meist unversehrt - mit Ausnahme von gelegentlicher Taubheit rund um die kurzen Operationsnarben. Die "Kniegelenks-Denervation" (= Nervenausschaltung), so der medizinische Fachbegriff, eignet sich vor allem für jene Patienten, die sich nach Ausschöpfung aller orthopädischen Maßnahmen immer noch mit Knieschmerzen herumplagen.
Als letzte Möglichkeit bei chronischen Gelenkbeschwerden blieb bisher lt. EvK oft nur das neue Kniegelenk. Es handelt sich dabei um eine ausgedehnte Operation, die für ältere und gebrechliche Patienten zu risikoreich sein kann. Eine Denervation aber kann auch diesen Patienten zugemutet werden.
Den möglichen Erfolg einer geplanten Operation kann man in diesem Fall vorab sehr gut prüfen: Nach Ertasten der schmerzhaften Nervenaustrittspunkte werden diese Stellen mit einem örtlichen Betäubungsmittel umspritzt und dadurch vorübergehend schmerzfrei gemacht.
Danach kann der Patient sofort beim Spazierengehen und Treppensteigen feststellen, ob die Schmerzen verringert oder sogar verschwunden sind. "Erst nach eindeutig positiver Beurteilung des Patienten", so Dr. Schuhmann, "empfehlen wir diese Operation, die schon sehr vielen Menschen die unerträglichen Schmerzen genommen hat."
(Quelle: EvK Hattingen; redaktionell bearbeitet: rrm)
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Herz: 26.04.2012, 18.00 Uhr, Dr. med. Bernd Hufnagel (Chefarzt Innere Medizin im Ev. Krankenhaus Bethanien): KORONARE HERZKRANKHEIT – MODERNE DIAGNOSTIK UND THERAPIE, Virchowstr. 4, 44263 Dortmund-Hörde, Tel. 0231-9430-0 • Fax: 0231-9430-333 Schwindel: 03.05.2012, Schwindel - Diagnostik und Therapie, Susanne Hogrefe, CURAvita; Dr. Horst Luckhaupt, CA Klinik für HNO, im St.-Johannes-Hospital Dortmund, Konferenzraum 5, 19.00 Uhr.
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