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Brustkrebs

Neue Frauenleitlinie soll über Vor- und Nachteile der Früherkennungsmethoden informieren

Gesetzlich versicherte Frauen in Deutschland haben ab dem Alter von 30 Jahren Anspruch auf regelmäßige Brustkrebs-Früherkennungs-Untersuchungen. Ausführliche Informationen über die verfügbaren Angebote enthält die neue Broschüre „Früherkennung von Brustkrebs – Eine Entscheidungshilfe für Frauen“. Sie wurde von zahlreichen Expertinnen und Experten entwickelt und auf die Informationsbedürfnisse von Frauen abgestimmt.

Im Rahmen des Brustkrebs-Fachkongresses der Deutschen Gesellschaft für Senologie in Hamburg, der am 1. Juli 2010 beginnt, wird diese Broschüre vorgestellt. Sie ist kostenlos erhältlich bei der Deutschen Krebshilfe unter der Telefonnummer 02 28/7 29 90-0 sowie zum Download im Internet auf www.krebshilfe.de.

Früh erkannt sind die Heilungschancen vieler Krebsarten groß

Krebs-Früherkennungsuntersuchungen haben das Ziel, Tumoren in möglichst frühen Entwicklungsstadien aufzuspüren. Denn früh erkannt haben viele Krebserkrankungen eine hohe Heilungschance. Außerdem ist die Behandlung schonender, als wenn sich bereits Tochtergeschwülste gebildet haben. Früherkennungsuntersuchungen werden jedoch durchaus auch kritisch betrachtet, denn sie können Nachteile oder Risiken haben. So ist es beispielsweise möglich, dass eine Krebserkrankung übersehen wird („falsch-negatives Ergebnis“) oder dass aufgrund der Untersuchungsbefunde ein Krebsverdacht geäußert wird, der sich dann bei weiteren Abklärungsmaßnahmen als unbegründet herausstellt („falsch-positives Ergebnis“).

Heilungschance bei früh erkanntem Brustkrebs liegt bei über 90 Prozent

Brustkrebs ist die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen. Früh erkannte Stadien haben eine Heilungschance von über 90 Prozent. Daher ist es wichtig, dass sich jede Frau über die für sie geeigneten Früherkennungsmöglichkeiten informiert und sich anschließend für oder gegen einzelne Untersuchungsmethoden entscheidet. Die neue Broschüre stellt daher Nutzen und Risiken der Tastuntersuchung, des Ultraschalls, der Röntgenuntersuchung (Mammographie) sowie der Kernspintomographie dar.

Frauen wollen nicht zur Untersuchung überredet werden

„Wir empfehlen allen interessierten Frauen, sich ausführlich über die Untersuchungen zu informieren und individuell günstige und möglicherweise schädliche Auswirkungen gegeneinander abzuwägen“, so Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. Hilde Schulte von der Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V. ergänzt: „Frauen wollen nicht zu einer Früherkennungsuntersuchung überredet werden, sondern sich selbst auf der Grundlage von qualitätsgesicherten Informationen entscheiden können.“

Besser informiert über die Vor- und Nachteile der Früherkennung

Um die Entscheidungsfindung zu erleichtern, wurden alle derzeit verfügbaren wissenschaftlichen Forschungsergebnisse zum Thema Brustkrebs-Früherkennung zusammengetragen, ausgewertet und allgemeinverständlich zusammengefasst. Im Rahmen eines umfangreichen Kommentierungsprozesses haben zahlreiche Fachexperten die Leitlinie bearbeitet. Die Texte der „Entscheidungshilfe für Frauen“ wurden anschließend im Rahmen einer qualitativen Studie evaluiert und an die Informationsbedürfnisse von Frauen angepasst. „Die Frauenleitlinie soll dazu beitragen, dass mehr Frauen als bisher über die Vor- und Nachteile von Früherkennung Bescheid wissen“, so Professor Dr. Michael Bamberg für die Deutsche Krebsgesellschaft.

Das „Leitlinienprogramm Onkologie“, in dessen Rahmen auch die Frauenleitlinie erarbeitet wurde, ist eine gemeinsame Initiative der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe. Frauenverbände wie die Frauenselbsthilfe nach Krebs und die Women’s Health Coalition wurden in den Konsensusprozess eng eingebunden.

(Quelle: Deutsche Krebshilfe; redaktionell bearbeitet: rrm)

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